Von wo aus ich schaue
Alles hat irgendwann begonnen. Mit etwas Glück lässt sich ein Datum ermitteln, wozu auch immer das gut ist. Meine Geschichte beginnt im Herbst vor vier Jahren. Damit, dass ich begonnen habe, etwas aufzuschreiben. Im Anfang war das Wort. Für mich stimmt das tatsächlich.
Aber dann beginnt man zu grübeln. Man: das bin ich. Man denkt nach und sucht nach einem anderen Anfang . Nicht für das Manuskript. Für sich selbst. Denn das kann ja nicht sein, dass man all die Jahr nicht war. Dass man erst mit dem Schreiben zu leben beginnt. Also setzt man vorher an. Und sucht. Und puzzelt. Und presst in Formen. Aber an irgendeiner Stelle spürt man es wieder: das passt nicht. Das stimmt so nicht. Das geht nicht auf. Und so sucht man weiter nach einem Weg. Weil man die Wahrheit kennen will, denkt man. Weil man verstehen will, warum die Dinge sind, wie sie sind. Warum wir sind, wer wir sind. Warum wir alle so derart ringen. Mit uns. Mit den anderen. Warum wir nicht einfach leben können und uns freuen. Daran, was gut ist. Fragen über Fragen, es werden immer mehr. Sie steigen auf aus den Untiefen des Ozeans, der uns eint. Und noch immer ist die eine, die alles erlösende Antwort nicht parat und man beginnt zu verstehen, dass man sie vielleicht nie finden wird. So nicht.